Wie läuft eine NARM-Sitzung ab?

Eine NARM-Sitzung läuft in einem therapeutischen Rahmen ab, der stark auf die Selbstwahrnehmung und das gegenwärtige Erleben des Klienten fokussiert ist. Die therapeutische Beziehung ist hierbei ein wichtiges Element, da sie Sicherheit und Vertrauen schafft, die für die Arbeit mit tiefliegenden Bindungs- und Entwicklungstraumata erforderlich sind.

Typischer Ablauf einer NARM-Sitzung:

1. Aufbau eines sicheren Rahmens

Am Anfang jeder Sitzung sorgt der Therapeut dafür, dass sich der Klient sicher und wohl fühlt. Es wird betont, dass der Klient die Kontrolle über den Prozess hat und den Rhythmus selbst bestimmen kann. Der Therapeut lädt den Klienten ein, achtsam zu spüren, wie es ihm im gegenwärtigen Moment geht.

2. Zugang zu den aktuellen Gefühlen und Empfindungen

Der Therapeut bittet den Klienten, aktuelle Gefühle und körperliche Empfindungen wahrzunehmen. Der Klient wird ermutigt, zu benennen, was er gerade fühlt, ohne diese Gefühle zu bewerten oder zu verändern. Ziel ist es, eine bewusste Wahrnehmung der eigenen inneren Erfahrung zu fördern.

3. Erkennen von Überlebensstrategien

Im nächsten Schritt werden die "Überlebensstrategien" besprochen – also die Verhaltensweisen und Überzeugungen, die der Klient entwickelt hat, um mit schwierigen Erfahrungen umzugehen. Der Therapeut hilft dem Klienten, diese Muster zu erkennen und zu reflektieren, wie sie heute das Leben und die Beziehungen beeinflussen. Dabei können auch Glaubenssätze angesprochen werden, wie zum Beispiel „Ich muss stark sein“ oder „Ich darf meine Bedürfnisse nicht zeigen“.

4. Arbeiten mit dem Nervensystem

Da Trauma oft das Nervensystem dysreguliert, wird in der NARM-Sitzung der Zustand des Nervensystems achtsam wahrgenommen. Der Therapeut unterstützt den Klienten dabei, zu erkennen, wie sich Anspannung oder Rückzug im Körper äußern. Durch Atemübungen oder achtsames Spüren werden Techniken eingesetzt, die das Nervensystem in einen ausgeglicheneren Zustand bringen können.

5. Erforschung der Kernbedürfnisse und -wünsche

Der Therapeut arbeitet mit dem Klienten an den fünf Kernbedürfnissen: Kontakt, Einstimmung, Vertrauen, Autonomie und Liebe/Sexualität. Dabei werden Wünsche und Bedürfnisse erforscht, die in der Vergangenheit möglicherweise nicht erfüllt wurden und heute oft mit Unsicherheit, Angst oder Scham verbunden sind. Der Klient wird ermutigt, diese Bedürfnisse anzuerkennen und zu lernen, wie sie auf gesunde Weise erfüllt werden können.

6. Förderung des authentischen Selbstausdrucks

Ein zentraler Teil der NARM-Arbeit ist, das "Authentische Selbst" zu stärken, das oft von den Überlebensmustern überlagert ist. Der Klient wird ermutigt, sich authentisch auszudrücken und eine Verbindung zu dem Teil herzustellen, der frei von alten Mustern und Glaubenssätzen ist. Dies geschieht durch Reflexion, offene Fragen und sanftes Explorieren der eigenen Identität und Wünsche.

7. Integration und Abschluss

Am Ende der Sitzung fasst der Therapeut die Erlebnisse und Erkenntnisse zusammen, um den Integrationsprozess zu fördern. Der Klient hat die Möglichkeit, über das Erlebte zu reflektieren und offene Fragen zu klären. Der Therapeut gibt dem Klienten, wenn nötig, Anregungen für die Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge zwischen den Sitzungen.

Weitere wichtige Aspekte in einer NARM-Sitzung:

NARM-Sitzungen sind flexibel und auf die individuellen Bedürfnisse des Klienten angepasst. Ziel ist es, alte Überlebensstrategien zu erkennen und loszulassen, eine stärkere Verbindung zum authentischen Selbst aufzubauen und die Lebensqualität zu verbessern.

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